Stick-Setup

Stick-Setup

Über die Jahrzehnte habe ich viele Setup-Varianten für die Sound-Bearbeitung und Verstärkung des  Sticks ausprobiert, angefangen bei den üblichen Bodentretern, über Multieffektgeräte (sehr lange z.B. BOSS SE70 x 2) bis hin zur reinen Bearbeitung im Notebook mit Audiointerface und Native Instruments Guitar Rig.

Wichtig war mir dabei in jedem Fall die Möglichkeit die Pickup-mäßig getrennten Sektionen (Melody/Bass) getrennt, aber auf Wunsch auch zusammen bearbeiten zu können. Davon abgesehen, sollte das Equipment nicht zu umfangreich und schwer sein. Am komfortabelsten war zugegebenermaßen die Lösung mit Notebook und Guitar Rig bzw. Ableton Live, die man heute auch bei einigen anderen Stick-Spielern sieht. Da ich aber wieder mehr live mache, zudem auch noch E-Bass integrieren muss und auch alles sehr zuverlässig arbeiten sollte, bevorzuge ich wieder eher Hardware:

Line6 HELIX

Vom Hersteller LINE6 hatte ich schon früher diverse POD-Modelle im Einsatz da diese oft zweikanalig ausgelegt waren und sich somit recht gut für den Stick eigneten. Aktuell fungiert aber nun ein LINE6 HELIX Rack als Preamp/Effektrack für mein gesamtes Stick Setup. Das HELIX bietet dabei im Prinzip eigentlich alles was man als Stick-Spieler so brauchen könnte: Gitarren/Bass-Amp-Simulationen, eine riesige Auswahl richtig gut klingender Effekte, bis hin zu brauchbaren Gitarren-Synthesizern (wenn auch monophon), völlig frei anzuordnen in bis zu vier getrennten Signalpfaden und schlußendlich auch einen Stereo-Looper. Damit ist für den Stick eigentlich alles abgedeckt was ich so brauche. Selbst meine ursprünglichen STRYMON Effekte konnte ich damit ausmustern, auch wenn diese noch ein klein wenig besser klangen, was aber in der Live-Praxis (und selbst im Studio) kaum zum tragen kommt. Der Vorteil von einfachem Total Recall – gerade auch auf der Bühne wichtig – überwiegt hier. Auch eher im Studio schleife ich in das HELIX Rack noch zwei Effekte ein, die nicht ganz so einfach zu emulieren sind und irgendwie ihren speziellen Charme haben, aber für meine momentanen Live-Projekte nicht unbedingt benötigt werden:

microsynth

 Electro Harmonix Micro Synthesizer

Der Micro Synthesizer ist mehr oder weniger schon ein alter Klassiker und wurde schon von vielen Gitarristen und Bassisten eingesetzt.

Der Name führt dabei etwas in die Irre, denn im Prinzip handelt es hier eher um eine Art Verzerrer + Octaver mit nachgeschalteten Filter und einer durch das Audiosignal getriggerte, einfache regelbare Hüllkurve, so dass es z.B. möglich ist, den Ton damit Violinen-artig sanft einschwingen zu lassen. Ebenso möglich sind Robert Fripp-artige Sounds uvm.. Ich liebe das Teil jedenfalls so wie es ist.

 In Native Instruments Guitar Rig gibt es übrigens eine relativ gute Simulation davon, aber mir gefällt das Original noch etwas besser.

HOGElectro Harmonix HOG (Harmonic Octave Generator)

Der HOG ist noch etwas spezieller und im Prinzip eine Art Pitch Shifter der je zur generierten und in der Lautstärke regelbaren Originaltonhöhe, zwei getrennt regelbare Oktaven unter der Original-Tönhöhe, drei getrennt regelbare Oktaven über der Original-Tönhöhe, ergänzt durch regelbare Quarten der hohen Oktaven, erzeugen kann. Die untersten und obersten fünf durch den Pitchshifter erzeugten Töne sind jeweils gruppiert und können mit  einer anderen Hüllkurve versehen werden. In der Praxis bedeutet das, dass die obersten fünf Töne z.B. später einschwingen können, wie die unteren  Töne. Hinter allem liegt noch ein resonanzfähiges Filter, sodass der HOG auch Synthesizer-artig klingen kann. Sind alle Töne aktiv, klingt es allerdings eher Orgel-ähnlich.

In verschiedenen Modi ist das Verhalten des HOG verschieden und mittels Pedal können unterschiedliche Parameter gesteuert werden, im einfachsten Fall der Cutoff des Filters (Wah Wah) oder auch ein stufenloser Pitchshift (Whammy). Der Freeze-Modus erlaubt es die generierten Töne mit dem Pedal einzufrieren, womit der HOG schöne statische, teilweise Harmonium-artige Sounds erzeugen kann. Regelt man im Freeze-Modus das Pedal leicht herunter, werden aufeinander gespielte Töne Portamento-artig zueinander gezogen. Der HOG ist wirklich nicht leicht zu erklären, ermöglicht aber sehr ungewöhnliche Sounds, bei denen ausnahmsweise selbst mal das HELIX passen muss.